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Thermosiphonanlage

Definition: eine Anlage für Solarthermie, die als pumpenloses Schwerkraftsystem ausgeführt ist

Englisch: thermosiphon solar installation

Kategorien: erneuerbare Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor:

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Ursprüngliche Erstellung: 09.09.2012; letzte Änderung: 10.11.2017

Die meisten Anlagen für die Nutzung von solarer Wärme (Solarthermie) für Heizung und/oder Warmwasser nutzen warmes Wasser für den Transport der Wärme von den Sonnenkollektoren zu einem Pufferspeicher. Hier wird meistens eine Umwälzpumpe benötigt, um die Umwälzung des Wassers anzutreiben. Es gibt aber Schwerkraftsysteme, die dann als Thermosiphonanlagen bezeichnet werden. Bei diesen muss der Pufferspeicher oberhalb der Kollektoren liegen: z. B. direkt unter dem Dachfirst im Spitzboden. Sie sind in der Regel nur für die solare Warmwasserbereitung geeignet, nicht für die Heizungsunterstützung, obwohl letzteres prinzipiell auch möglich wäre.

Ein wichtiger Unterschied zu den gebräuchlicheren Anlagen mit Umwälzpumpe ist, dass die Kollektoren in Thermosiphonanlagen meist direkt vom Brauchwasser durchflossen werden anstatt von einer speziellen Solarflüssigkeit. Dies spart zwar neben der Pumpe auch den Wärmeübertrager ein (der sonst die Konvektion behindern würde), bringt jedoch erhebliche Nachteile mit sich:

Zusätzliche Nachteile entstehen auch dann, wenn doch ein Wärmeübertrager und eine Solarflüssigkeit in den Kollektoren verwendet wird:

Entschärft wird die Standortproblematik, wenn die Kollektoren nicht auf dem Dach liegen, sondern z. B. tiefer an der Fassade, was jedoch oft eine nicht optimale Ausrichtung zur Sonne erzwingt und optisch unschön sein kann.

Auch bei der Solarthermie sind die Nachteile, die durch ein Schwerkraftsystem entstehen, in der Regel wesentlich gewichtiger als der Vorteil einer eingesparten Umwälzpumpe und Regelung. Deutlich niedrigere Anlagenkosten dürften nur möglich sein, wenn der Standort natürlicherweise frostsicher ist (also sich also z. B. in Südeuropa befindet, nicht in Mitteleuropa) und wenn bei mangelnder Sonneneinstrahlung entweder auf warmes Wasser verzichtet wird oder ein (ineffizienter) Elektro-Durchlauferhitzer zum Einsatz kommt.

Siehe auch: solare Warmwasserbereitung, Solarthermie
sowie andere Artikel in den Kategorien erneuerbare Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

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