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Wärmedämmperimeter

Definition: die das beheizte Volumen eines Gebäudes umfassende Fläche, an der die Wärmeleitung am meisten behindert wird

Kategorien: Energieeffizienz, Grundbegriffe, Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 28.10.2012; letzte Änderung: 14.03.2020

Der Wärmedämmperimeter bezeichnet die das beheizte Volumen eines Gebäudes umfassende Fläche, an der die Wärmeleitung am meisten behindert wird. Er wird bei der Planung festgelegt, indem man die Wärmedämmung an den entsprechenden Orten platziert.

Beispiele hierfür:

Eine nachträgliche Änderung des Dämmperimeters ist im Prinzip möglich, aber schwieriger. Deswegen sollte der Dämmperimeter unbedingt bei der Planung nach diversen Kriterien (siehe unten) richtig gelegt werden.

Nur Räume innerhalb des Wärmedämmperimeters zählen zur Gebäudenutzfläche und Energiebezugsfläche des Gebäudes. Unbeheizte Nebenräume auch innerhalb des Dämmperimeters zählen nicht dazu; sie bleiben relativ warm, werden aber nicht direkt beheizt.

Naturgemäß treten die höchsten Temperaturdifferenzen im Winter gerade an der Wärmedämmung auf: Ihre Innenseite ist annähernd so warm wie der beheizte Innenraum, die Außenseite dagegen fast so kalt wie die Außenluft.

Kriterien für die Platzierung des Wärmedämmperimeters

Ein lückenlos geschlossener Wärmedämmperimeter ist eine Grundanforderung an ein gut zu beheizendes Gebäude. Im Einzelfall sind bei seiner Platzierung diverse Aspekte zu berücksichtigen:

  • Ein wichtiges Kriterium ist, dass die zu dämmende Fläche möglichst klein wird im Verhältnis zum beheizten Volumen. Dies spricht z. B. dagegen, eine an das Haus angebaute Garage mit einzubeziehen, zumal diese weniger leicht nach außen dicht gestaltet werden kann.
  • Andererseits sollen Wärmebrücken soweit wie möglich vermieden werden, was bei einem “größeren” Dämmperimeter meist einfacher zu erreichen ist. Beispielsweise liegt bei vielen Passivhäusern der Keller deswegen innerhalb des Dämmperimeters. Er wird zwar nicht beheizt, bleibt aber relativ warm.
  • Verluste einer Heizungsanlage in einem Heizkeller tragen nur dann wesentlich zur Beheizung des Gebäudes bei, wenn der Heizkeller innerhalb des Dämmperimeters liegt. Allerdings sind diese Verluste bei modernen Heizungsanlagen so gering, dass dieser Aspekt bei der Planung kaum eine Rolle spielt.
  • Wenn eine Wand innerhalb des Dämmperimeters liegt, trägt sie zum Wärmespeichervermögen des Gebäudes bei, also zur Verminderung von Temperaturschwankungen.
  • Hinzu kommt, dass Räume außerhalb des Dämmperimeters viel eher Feuchteschäden erleiden bzw. die Vorbeugung dagegen aufwendiger ist. Es muss in diesem Sinne vermieden werden, dass Luft aus warmen Innenräumen in Räume außerhalb des Dämmperimeters gelangt, weil es dort sonst zu Kondensation kommen könnte. Wenn dagegen der Keller innerhalb des Dämmperimeters liegt, kann er kaum mehr feucht werden.
  • Wenn ein Kellerraum später eventuell als Hobbyraum oder Gästezimmer beheizt werden soll, spricht dies ebenfalls für einen Dämmperimeter außerhalb dieses Raums.
  • Ein großer Solarspeicher wird mit Vorteil innerhalb des Dämmperimeters platziert, da er in einer wärmen Umgebung weniger Wärmeverluste hat und die “Verluste” zudem zumindest in der Heizperiode zur Beheizung beitragen.

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Siehe auch: Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem, Wärmebrücke, Gebäudenutzfläche und Energiebezugsfläche
sowie andere Artikel in den Kategorien Energieeffizienz, Grundbegriffe, Haustechnik, Wärme und Kälte

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