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Wasserkocher

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Definition: ein Gerät zur Erwärmung von Wasser auf ca. 100 °C

Englisch: water boiler

Kategorien: elektrische Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor: Dr. Rüdiger Paschotta

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 02.01.2013; letzte Änderung: 18.04.2015

Ein Wasserkocher ist ein Gerät, mit dem eine gewisse Menge von Wasser (z. B. ein bis zwei Liter) zum Kochen gebracht, d. h. auf rund 100 °C aufgeheizt werden kann. Meist werden Wasserkocher in der Küche verwendet – als Ersatz zum Warmwasserhahn oder oft auch zusätzlich dazu, da damit höhere Wassertemperaturen möglich sind, etwa zum Kaffee- oder Teekochen. Die Erhitzung erfolgt in aller Regel durch ein eingebautes elektrisches Heizelement, eine Art von Elektroheizstab oder Tauchsieder – entweder freistehend oder im Boden eingebaut. Bei freistehenden Heizelementen sollte darauf geachtet werden, dass diese bei Benutzung immer ganz mit Wasser bedeckt sind, da sonst eine Überhitzung erfolgen kann.

Wasserkocher

Abbildung 1: Ein elektrischer Wasserkocher mit einer Kanne auf einem separaten Sockel.

Bei manchen Geräten ist der Wasserbehälter mit dem Heizelement von einem Sockel mit dem Stromanschluss trennbar (siehe Abbildung 1), so dass der Behälter einfacher am Wasserhahn aufgefüllt werden kann. Am Boden und am Sockel befindet sich jeweils ein elektrischer Kontakt.

Es gibt auch fest installierte Kochendwassergeräte, die direkt durch Öffnen eines Hahns mit Leitungswasser befüllt werden können. Die Entnahme erfolgt über einen Ablaufhahn. Ein Vorteil gegenüber mobilen Geräten ist, dass die Gefahr von Verbrühungen geringer ist: Mobile Geräte können umgestoßen und damit ausgeschüttet werden.

Temperatur-Sicherheitsschalter

Aus Sicherheitsgründen befindet sich praktisch immer ein Temperaturfühler im Wasserbehälter oder im Heizelement, über den das Heizelement automatisch abgeschaltet wird, wenn das Wasser kocht. So wird ein Überkochen oder gar die Zerstörung des Geräts und womöglich ein daraus entstehender Brand vermieden im Fall, dass das Gerät unbeaufsichtigt läuft. (Zusätzlich gibt es eine Temperatursicherung, die im Falle des Versagens der Abschaltautomatik durchbrennt.)

Es ist nicht sinnvoll, das Gerät immer bis zur automatischen Abschaltung laufen zu lassen, da dann meist einiges Wasser verdampft und am Heizelement Kalk abgelagert wird, so dass eine häufigere Entkalkung nötig ist. Die Temperatur des Wassers wird so ohnehin nicht höher, als wenn gleich bei Beginn des Kochens manuell abgeschaltet wird. Überdies ist beispielsweise zum Teekochen ohnehin eine etwas niedrigere Temperatur von z. B. 90 °C besser.

Entkalkung

Am Heizelement lagert sich mit der Zeit Kalk ab – besonders wenn das Wasser “hart” (stark mineralhaltig) ist und wenn das Heizelement häufig erst nach starkem Kochen abgeschaltet wird. Bei zu starker Verkalkung könnte das Heizelement überhitzt werden. Außerdem nimmt die Energieeffizienz dann etwas ab, weil mehr Restwärme im Heizelement verbleibt. Allerdings ist dieser Effekt vor allem bei freistehenden Heizelementen ziemlich gering – wesentlich geringer als bei der Heißwasserbereitung in einem Topf auf dem Herd, da das dann heißer werdende Heizelement eine geringe Wärmekapazität aufweist (viel geringer als die einer Herdplatte).

Die Entkalkung kann in der Regel mit Zitronensäure (als Pulver, in Wasser aufgelöst) oder mit Essig erfolgen. Man sollte jedoch immer auf die Herstellerangaben achten, um ein geeignetes Mittel zu wählen.

Energieeffizienz; Vergleich mit Elektroherd und Boiler

Im Vergleich mit der Heißwasserbereitung im Topf auf einem Elektroherd (vor allem mit massiver Herdplatte alter Art) ist die Verwendung eines Wasserkochers deutlich energieeffizienter, da eine geringere Masse aufgeheizt werden muss. Dies gilt vor allem bei kleinen Wassermengen.

Bei Verwendung einer Kaffeemaschine mit Heißwasser-Auslass dürfte die Effizienz recht ähnlich sein wie mit einem Wasserkocher, auch wenn die Zubereitung größerer Mengen damit länger dauert.

Im Prinzip kann auch in einem Boiler mit Warmwasserspeicher recht heißes Wasser bereitet werden. Wenn es aber über lange Zeit dort mit hoher Temperatur vorgehalten wird, entsteht ein hoher Standby-Verbrauch.

Die Energieverluste in Wasserkochern sind relativ geringfügig – ähnlich gering wie bei Verwendung von Tauchsiedern. Jedoch ist die Herstellung elektrischer Energie meist mit hohen Energieverlusten verbunden. Von daher ist die Heißwasserbereitung auf einem Gasherd energetisch günstiger – zumindest in der Heizperiode, wenn der wesentliche Anteil an Wärme, die nicht in den Topf gelangt, immerhin zur Beheizung des Raums beiträgt. Allerdings handelt es sich ohnehin um relativ geringe Energiemengen.

Eine hohe Heizleistung (z. B. 2000 Watt) ermöglicht ein schnelles Aufheizen des Wassers. Der Energieverbrauch hängt aber kaum von der Heizleistung ab.

Siehe auch: Warmwasser, Tauchsieder, Durchlauferhitzer
sowie andere Artikel in den Kategorien elektrische Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

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