RP-Energie-Lexikon
fachlich fundiert, unabhängig von Lobby-Interessen
www.energie-lexikon.info

Zündstrahlmotor

Akronym: ZS-Motor

Definition: ein Selbstzünder wie ein Dieselmotor, bei dem die Selbstzündung aber durch ein spezielles Zündöl erreicht wird

Englisch: pilot fuel engine

Kategorie: Kraftmaschinen und Kraftwerke

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Ursprüngliche Erstellung: 15.04.2012; letzte Änderung: 09.11.2017

Der Zündstrahlmotor in ein spezieller Gasmotor. Wie bei einem Ottomotor wird der gasförmige Kraftstoff mit der Verbrennungsluft zusammen angesaugt. Jedoch erfolgt die Zündung nicht mit einer Zündkerze, sondern wie einem Dieselmotor durch Einspritzen eines flüssigen Kraftstoffs, der sich bei der erhöhten Temperatur im Zylinder selbst entzündet. (Die Temperaturerhöhung resultiert aus der starken Kompression.) Die Menge des benötigten Zündöls (z. B. Heizöl oder Biodiesel) ist recht gering, so dass der Großteil der zugeführten Energie (rund 90 % bis 98 %) vom angesaugten Brenngas kommt.

Da der Zündstrahlmotor dem Dieselmotor konstruktiv recht ähnlich ist, aber viel geringere Stückzahlen erreicht, werden viele Zündstrahlmotoren durch Umbau von Dieselmotoren hergestellt. Da hierfür preisgünstige Standard-Dieselmotoren verwendet werden können, liegen die Baukosten typischerweise tiefer als für Otto-Gasmotoren, die weniger gängig sind.

Zündstrahlmotoren sind nicht für Erdgas geeignet, aber für verschiedene Schwachgase, die einen geringeren Brennwert, aber eine hohe Klopffestigkeit haben. Eine niedrige Flammengeschwindigkeit des Brenngases, wie sie beim Ottomotor problematisch wäre, kann toleriert werden, da die Zündenergie sehr hoch ist (höher als mit einer Zündkerze erreichbar) und die von der Flamme zu überbrückenden Wege kürzer sind. Insbesondere ist Biogas (ohne Aufbereitung auf Erdgasqualität) gut für Zündstrahlmotoren geeignet; seine Klopffestigkeit ist wegen des CO2-Anteils hoch, so dass eine vorzeitige Selbstzündung vermieden wird.

Gegenüber Ottomotoren haben Zündstrahlmotoren den Hauptvorteil eines höheren Wirkungsgrads wegen des wesentlich höheren Verdichtungsverhältnisses von z. B. 1:18. Die Investitionskosten liegen niedriger, der Wartungsaufwand ist dagegen höher. Zündstrahlmotoren haben typischerweise deutlich ungünstigere Abgaswerte als Ottomotoren: Die Emissionen von Stickoxiden und Kohlenmonoxid liegen wesentlich höher. Auch die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte (z. B. nach der deutschen TA-Luft) können höher liegen, weil niedrigere Werte hier schwerer zu erreichen sind als mit Ottomotoren. Hinzu kommt das Problem des wesentlich höheren Methanschlupfs: Ein kleiner Teil des klimaschädlichen Methans aus dem Biogas entweicht unverbrannt über das Abgas. Ein Oxidationskatalysator würde dieses Problem lösen, wird aber bei kleineren Motoren oft nicht verwendet.

Siehe auch: Dieselmotor, Biogas, Schwachgas, Methanschlupf
sowie andere Artikel in der Kategorie Kraftmaschinen und Kraftwerke

preview

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie das doch auch Ihren Freunden und Kollegen mit – z. B. über Social Media:

Kommentare von Lesern

Hier können Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung vorschlagen. Über die Annahme wird der Autor des RP-Energie-Lexikons nach gewissen Kriterien entscheiden. Im Kern geht es darum, dass der Kommentar für andere Leser potenziell nützlich ist.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche allerdings ohnehin nicht veröffentlichen und bei uns bald löschen. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie nur dem Autor eine Rückmeldung zukommen lassen möchten, verwenden Sie bitte den Kasten "Wie gefällt Ihnen dieser Artikel" weiter unten. Wenn Sie eine Rückmeldung vom Autor wünschen, schreiben Sie ihm bitte per E-Mail.

Ihr Kommentar:

Ihr Hintergrund:

Spam-Prüfung:

  (Bitte die Summe von fünf und zwölf hier als Ziffern eintragen!)

Bem.: Mit dem Abschicken geben Sie Ihre Einwilligung, Ihren Kommentar hier zu veröffentlichen. (Sie können diese später auch widerrufen.) Da Kommentare zunächst vom Autor durchgesehen werden, erscheinen sie verzögert, evtl. erst nach mehreren Tagen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ihr Gesamteindruck:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Fachliche Qualität:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Lesbarkeit:

weiß nicht
unbefriedigend
in Ordnung
gut
ausgezeichnet

Verdient dieser Artikel (oder das Energie-Lexikon insgesamt) Ihrer Ansicht nach Links von anderen Webseiten?

nein
eventuell
ja

Kommentar:

Vielleicht haben Sie auch konkrete Vorschläge für inhaltliche Ergänzungen, nützliche Literaturangaben etc. Falls Sie eine bessere Website für dieses Thema kennen, sind wir dankbar für einen Hinweis darauf.

Datenschutz: Bitte geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein. Wir würden solche zwar ohnehin nicht veröffentlichen, aber die eingegebenen Daten bleiben bei uns langfristig gespeichert. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Wenn Sie einen Kommentar zur Veröffentlichung auf unserer Seite vorschlagen möchten, verwenden Sie dazu bitte das Formular im Kasten "Kommentare von Lesern" weiter oben. Wenn Sie eine Antwort möchten, senden Sie bitte eine E-Mail.

Spam-Prüfung:

(bitte den Wert von 5 + 8 hier eintragen!)

Wenn Ihnen das RP-Energie-Lexikon gefällt, möchten Sie vielleicht auch den RP-Energie-Blog als E-Mail-Newsletter abonnieren.

Teilen Sie den Link auf diesen Artikel mit anderen: