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Verschiebungsblindleistung

Definition: Blindleistung, die durch eine Phasenverschiebung zwischen den zeitlichen Verläufen von Stromstärke und Spannung entsteht

Allgemeiner Begriff: Blindleistung

Kategorie: elektrische Energie

Autor:

Wie man zitiert; zusätzliche Literatur vorschlagen

Formelsymbol: <$Q$>

Ursprüngliche Erstellung: 29.08.2020; letzte Änderung: 20.08.2023

URL: https://www.energie-lexikon.info/verschiebungsblindleistung.html

Eine Verschiebungsblindleistung ist eine Blindleistung, die durch eine Phasenverschiebung zwischen den zeitlichen Verläufen von elektrischer Stromstärke und Spannung entsteht. Dies ist die in der Praxis am häufigsten vorkommende Art von Blindleistung. In manchen Fällen gibt es aber zusätzlich auch noch eine Verzerrungsblindleistung, die von nicht sinusförmig in Stromverläufen verursacht wird, wie sie manche Lasten erzeugen.

Blindstrom
Abbildung 1: Ein sinusförmiger Strom mit 60° Phasenverschiebung gegenüber der Spannung (grüne Kurve) erzeugt eine Wirk- und Blindleistung. Die Wirkleistung entspricht der Mittelwert der roten Kurve; die Blindleistung ist im Diagramm nicht direkt erkennbar.

Reine Verschiebungsblindleistungen sind mathematisch einfach zu beschreiben. Man hat mit einem sinusförmigen Verlauf von Spannung und Stromstärke zu tun, und die Blindleistung ergibt sich als Produkt der Effektivwerte von Spannung und Stromstärke, multipliziert mit dem Wirkfaktor (in diesem Falle identisch mit dem Leistungsfaktor) <$\sin \varphi$>. Als Gleichung ist dieser Zusammenhang:

$$Q = U_\textrm{eff} \cdot I_\textrm{eff} \cdot \sin \varphi$$

Hierbei ist <$\varphi$> der Phasenwinkel zwischen Stromstärke und Spannung. Sein Vorzeichen nimmt man üblicherweise als positiv an, wenn die Stromstärke gegenüber der Spannung verzögert schwingt; dies ist der typische Fall induktiver Lasten. In diesem Falle erhält man also auch eine positive Blindleistung <$Q$>, zumindest wenn der Phasenwinkel kleiner als 90° ist (was in der Praxis meistens der Fall ist).

Falls zusätzlich auch eine Verzerrungsblindleistung <$D$> auftritt, addieren sich diese quadratisch zur gesamten Blindleistung:

$$Q_\textrm{tot}^2 = Q^2 + D^2$$

Leider wird in der Literatur häufig einfach von Blindleistung gesprochen, auch wenn spezifisch eine Verschiebungsblindleistung gemeint ist. Jedoch gelten dann geschilderte Zusammenhänge und Formeln meist nur für Verschiebungsblindleistungen, nicht aber für Verzerrungsblindleistungen. Beispielsweise muss die oben genannte Formel zur Berechnung von <$Q$> im allgemeineren Fall durch eine kompliziertere Formel ersetzt werden.

Siehe auch: Blindleistung, Verzerrungsblindleistung

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