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Das RP-Energie-Lexikon

Netzparität

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Definition: die Gleichheit der Kosten für die Erzeugung erneuerbarer Energie und den Strombezug aus dem öffentlichen Netz

Wenn heute elektrische Energie mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt wird – beispielsweise mit Photovoltaik oder Windenergieanlagen – sind die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde in der Regel höher als die Kosten für den entsprechenden Strombezug aus dem öffentlichen Netz. Jedoch sinken die Kosten für erneuerbare Energien ständig, während die Kosten für konventionell erzeugten Strom eher steigen, so dass für einige Erzeugungsarten in naher Zukunft die sogenannte Netzparität (engl. (grid parity) erreicht sein könnte. Dies bedeutet, dass dann die Kosten für die erneuerbare Erzeugung gleich sind wie die für den Strombezug aus dem Netz, und bald eventuell sogar deutlich tiefer. Damit entstünde ein starker Anreiz für die möglichst weitgehende eigene Erzeugung zumindest der selbst verbrauchten elektrischen Energie.

Das Erreichen der Netzparität wäre eine wesentliche Voraussetzung für ein nachhaltiges Wachstum der erneuerbaren Erzeugung und somit für die baldige Deckung eines Großteils der Stromerzeugung auf diesem Wege. Jedoch würde sie nicht unbedingt einen massiven Ausbau der erneuerbaren Erzeugung herbeiführen, beispielsweise weil die Einspeisevergütung für nicht selbst verbrauchte elektrische Energie niedriger sein kann als der Tarif für den Strombezug aus dem Netz.

Netzparität aus Sicht des Kleinerzeugers / Endverbrauchers

Der Begriff der Netzparität bedarf einer Präzisierung: Es ist klar zu stellen, welche Kosten gemeint sind. Meist sind die Kosten aus Sicht eines Endverbrauchers gemeint, die diesem bei eigener regenerativer Erzeugung bzw. beim Bezug aus dem Stromnetz entstehen. Hierbei sind einige wichtige Details zu beachten:

Die Netzparität in diesem Sinne bedeutet also noch nicht die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit erneuerbarer Energien im volkswirtschaftlichen Sinne. Andererseits ist zu beachten, dass auch bei konventioneller Stromerzeugung (etwa in Großkraftwerken) erhebliche externe Kosten entstehen, sowohl durch Umweltbelastungen (wohl am meisten bei Kohlekraftwerken) als auch durch direkte oder indirekte staatliche Subventionen (z. B. bei der Kernenergie). Naturgemäß sind Vergleiche, die all diese Faktoren mit berücksichtigen, sehr schwierig. Dies gilt insbesondere, wenn auch Beschäftigungseffekte (zusätzliche Arbeitsplätze durch erneuerbare Energie) und politische Kosten (etwa zur Sicherung der Verfügbarkeit von Erdöl und Erdgas) mit berücksichtigt werden sollen.

Die Netzparität für die Kleinerzeuger wird wesentlich beeinflusst durch politische Entscheidungen, insbesondere betreffend die Subventionierung erneuerbarer wie auch konventioneller Stromerzeugung, aber auch durch die Umweltgesetzgebung, etwa im Zusammenhang mit CO2-Abgaben oder Emissionshandel.

Für die Photovoltaik in Deutschland ist die Netzparität für Privathaushalte (mit geeigneten Dachflächen oder anderen Flächen) seit 2010 in etwa bereits erreicht. Dies liegt wesentlich an der starken staatlichen Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Netzparität aus Sicht kommerzieller Stromproduzenten

Für große kommerzielle Stromproduzenten bedeutet die Netzparität etwas anderes als für kleine Erzeuger. Hier werden Spotmarkt-Preise für den Bezug erneuerbarer Energie wie auch aus konventionellen Quellen verglichen. Unter diesen Umständen erfordert die Netzparität erheblich tiefere Preise für regenerativ erzeugten Strom; diese Situation dürfte relativ weit in der Zukunft liegen. Wenn sie erreicht wird, wird Ökostrom für alle Verbraucher zu gleichen oder niedrigeren Preisen als konventionell erzeugter Strom verfügbar sein und dann voraussichtlich schnell den gesamten Markt dominieren.

Siehe auch: erneuerbare Energie, Ökostrom

Kategorien: Grundbegriffe, elektrische Energie, erneuerbare Energie

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