Stromkennzahl | <<< | >>> | Feedback |
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Definition: das Verhältnis von nutzbarer elektrischer und thermischer Energie in einer Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung
Die Stromkennzahl einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage, z. B. eines Heizkraftwerks, ist das Verhältnis der abgegebenen elektrischen Leistung zur nutzbaren Wärmeleistung. Dieser Wert hängt nicht nur von der Art der Anlage ab, sondern auch stark von ihrer Betriebsweise. Wenn beispielsweise ein stromgeführter Betrieb erfolgt, bei dem zeitweise eine vollständige Abwärmenutzung nicht möglich ist, kann die Stromkennzahl höher sein.
Eine hohe Stromkennzahl ist im Prinzip wünschenswert, da ein hoher Anteil elektrischer Energie wegen derer höheren Wertigkeit (ihres höheren Exergie-Anteils) nützlich ist. Jedoch ist die Stromkennzahl allein kein gutes Maß für die Energieeffizienz, da sie z. B. auch steigt, wenn bei unverändertem elektrischen Wirkungsgrad der thermische Wirkungsgrad sinkt, also mehr Abwärme verloren geht. Jedoch wäre auch der Gesamtwirkungsgrad (Summe von elektrischem und thermischen Wirkungsgrad) kein gutes Maß, da er die Wertigkeit der verschiedenen Energieformen ignoriert. Das wohl sinnvollste Maß für die Energieeffizienz ist ein gewichteter Wirkungsgrad, bei dem der elektrische Wirkungsgrad stärker (beispielsweise dreimal stärker) gewichtet wird.
Mikro-Blockheizkraftwerke haben oft nur bescheidene Stromkennzahlen unterhalb von 0,3, während größere Anlagen je nach verwendeter Wärmekraftmaschine (z. B. Gasturbine oder Dieselmotor) Werte deutlich oberhalb von 0,4 erzielen können. Bei größeren Heizkraftwerken kommen auch Stromkennzahlen von fast 1 vor, dann aber mit erheblichen Anteilen von ungenutzter Abwärme.
Siehe auch: Kraft-Wärme-Kopplung, Wirkungsgrad, Energieeffizienz
Kategorien: Grundbegriffe, elektrische Energie, Energieeffizienz