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Definition: die Gewinnung von Uran mit einem erhöhten Anteil des spaltbaren Isotops Uran 235

Natururan ist ein Gemisch verschiedener Isotope, d. h. es enthält Uran-Atomkerne mit einer unterschiedlichen Anzahl von Neutronen. Diese verursachen einerseits nur geringfügige Unterschiede der Atommassen, andererseits aber wesentliche Unterschiede der kernphysikalischen Eigenschaften. Insbesondere führt der Beschuss auch mit langsamen Neutronen beim Isotop Uran 235 (235U) leicht zur Kernspaltung, d. h. zum Zerfall in zwei leichtere Atomkerne (nebst Neutronen und Antineutrinos) und zur Freisetzung einer relativ großen Energiemenge. Das Isotop Uran 238 dagegen ist nicht ohne weiteres spaltbar; es lässt sich allerdings durch Neutronenbeschuss in das leicht spaltbare Plutonium 239 umwandeln.

Natururan besteht zum Großteil (ca. 99,3 %) aus dem Isotop Uran 238 (238U) und nur zu ca. 0,7 % aus dem leicht spaltbaren Uran 235. Deswegen ist es relativ schwierig, die sogenannte kritische Masse zu erreichen, die zur Erzielung einer nuklearen Kettenreaktion auf hohem Niveau notwendig ist. Die meisten Kernreaktoren, insbesondere auch die weit verbreiteten Leichtwasserreaktoren, benötigen daher sogenanntes angereichertes Uran, bei welchem der Gehalt an Uran 235 erhöht ist. Typischerweise wird ein 235U-Gehalt (Anreicherungsgrad) von mehreren Prozent benötigt, bei manchen Forschungsreaktoren sogar wesentlich mehr. Dieser Kernbrennstoff mit entsprechend verminderter kritischer Masse muss durch Urananreicherung aus dem Natururan gewonnen werden. Für Atombomben (Kernspaltungsbomben), die auf Uran (und nicht auf Plutonium) basieren, wird noch wesentlich höher angereichertes Uran benötigt, meist mit mindestens 85 % Uran 235.

Die Anforderungen an Anreicherungsanlagen für den Betrieb von Kernreaktoren bzw. für den Bau von Atomwaffen sind insofern unterschiedlich, dass im ersten Fall relativ gering angereichertes Uran genügt, dafür aber wesentlich größere Mengen benötigt werden. Trotzdem unterscheiden sich Anlagen für beide Zwecke nicht grundlegend, und eine Anlage für ursprünglich zivile Zwecke lässt sich heimlich für ein Atomwaffenprogramm umrüsten, wenn dies nicht durch ständige Kontrollen unterbunden wird. Das Vertrauen in die Wirksamkeit solcher Kontrollen ist begrenzt, weswegen insbesondere die Anlagen zur Urananreicherung im Iran mit großem Misstrauen betrachtet werden.

Die bei weitem größten Anreicherungskapazitäten bestehen in den USA, in Russland und Frankreich. Mehrere andere Länder verfügt über deutlich kleinere Kapazitäten, die jedoch alle auch für den Bau von Atombomben geeignet sind bzw. wären.

Vor allem wegen des meist sehr hohen Energieaufwands der Urananreicherung (siehe unten) steckt im angereicherten Uran eine wesentliche Menge grauer Energie, die auch mit klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen verbunden ist – wenn auch mit deutlich geringeren Emissionen pro im Kernkraftwerk erzeugter Kilowattstunde als bei fossil befeuerten Kraftwerken.

Methoden zur Urananreicherung

Es gibt mehrere Methoden zur Anreicherung von Uran, die sich in diversen technischen Schwierigkeiten und in ihrem Energieverbrauch erheblich unterscheiden. Sie nutzen direkt oder indirekt die geringfügigen Massenunterschiede zwischen den verschiedenen Uranisotopen. Chemische Verfahren, wie sie zur Trennung verschiedener Elemente eingesetzt werden können, kommen hier nicht in Frage, da sich die verschiedenen Uran-Isotope chemisch praktisch identisch verhalten.

Die wichtigsten Methoden der Anreicherung werden im Folgenden kurz beschrieben:

Als Produkt der Urananreicherung enthält man einen gewissen Anteil des angereicherten Urans sowie den Rest des eingesetzten Materials als abgereichertes Uran, also mit einem reduzierten Gehalt an 235U. Das abgereicherte Uran findet kaum mehr Verwendung; zum kleineren Teil wird es noch für das Erbrüten von Plutonium in Brutreaktoren genutzt oder auch für uranhaltige (sehr harte) panzerbrechende Munition.

Generell ist es nicht schwieriger, besonders hoch angereichertes und damit waffenfähiges Uran anstelle von niedrig angereichertem Uran zu gewinnen. Die gleiche Art von Anlagen kann hierfür eingesetzt werden, ggf. mit relativ geringfügigen Änderungen. Deswegen kann nur mit lückenlosen Kontrollen sichergestellt werden, dass eine Anreicherungsanlage nur für zivile Zwecke verwendet wird.

Siehe auch: Uran, Kernbrennstoff, Kernspaltung, Kernenergie

Kategorie: Kernenergie

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