header
www.energie-lexikon.info
Das RP-Energie-Lexikon

Graue Energie

<<<  |  >>>  |  Feedback

Werden Sie Sponsor!

Sie können den Aufbau dieses Lexikons als Sponsor unterstützen. Damit leisten Sie einen Beitrag für die Allgemeinheit, der von vielen Lesern wahrgenommen wird.

Extra-Artikel

Tipp: Neben den Lexikon-Artikeln gibt es noch diverse interessante Extra-Artikel!

Quecksilber-Hysterie

Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.

Streif Fertighäuser

Alle Zeigefinger auf China?

Dieser Artikel lädt ein, Ansichten über die chinesischen CO2-Emissionen so­wie über unsere Beiträge zum Klima­schutz zu überdenken.

Definition: Energie, die für die Herstellung und Bereitstellung von Gütern benötigt wird

Der Begriff graue Energie bezeichnet Energie, die vom Verbraucher nicht direkt eingekauft wird, die jedoch für die Herstellung von Gütern sowie für Transport, Lagerung und Entsorgung benötigt wird. Auf diese Weise entsteht häufig ein erheblicher Energieverbrauch, ohne dass dies für die Verbraucher direkt erkennbar ist. Offenkundig ist die graue Energie relevant im Zusammenhang mit sich erschöpfenden Ressourcen und auch der Klimaproblematik (soweit nicht erneuerbare Energie genutzt wird, siehe unten). Unmittelbar mit grauer Energie verbunden sind nämlich graue Emissionen von Kohlendioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen.

Beispiele für graue Energie

Wenn graue Energie nicht berücksichtigt wird, entsteht häufig ein falsches Bild der Wirklichkeit. Beispielsweise gilt die Schweiz im Vergleich mit anderen Industrieländern weithin als relativ klimafreundlich, da die äquivalenten Pro-Kopf-Emissionen von Kohlendioxid (CO2) mit 7,2 Tonnen jährlich (Stand 2004) deutlich unter den von Ländern wie Deutschland liegen. Jedoch ergab eine detaillierte Studie des Bundesamts für Umwelt (BAFU) der Schweiz [2] ein völlig anderes Resultat. Allein schon den Importen von Gütern aus Deutschland in die Schweiz sind CO2-Emissionen von über 10 Millionen Tonnen jährlich anzulasten, zu vergleichen mit den jährlichen inländischen Emissionen der Schweiz von 53 Mio. Tonnen CO2. (Wenn z. B. ein Auto in Deutschland hergestellt und in die Schweiz exportiert wird, müssen die Emissionen bei der Herstellung der Schweiz und nicht Deutschland angelastet werden.) Bei Berücksichtigung aller Importe und Exporte, d. h. aller “grauen Emissionen”, kommt die Schweiz auf ca. 12,5 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Kopf und Jahr und liegt somit in etwa beim Durchschnitt der Werte der OECD-Länder. Umgekehrt stellt man fest, dass die um den Import und Export bereinigten CO2-Emissionen von China wesentlich tiefer liegen als die Rohdaten.

Erneuerbare Energie

Die negativen Folgen der grauen Energie hängen natürlich davon ab, wie groß die spezifischen Umweltschäden der genutzten Energieform sind. Häufig lassen sich die Umweltschäden minimieren, wenn für die Produktion erneuerbare Energie eingesetzt wird, auch wenn dies nicht die graue Energie an sich minimiert.

Ermittlung und Minimierung der grauen Energie

Die Ermittlung der grauen Energie in Produkten geschieht gelegentlich im Rahmen der Erhebung von Ökobilanzen, ist jedoch im Allgemeinen sehr aufwändig. Die Resultate können je nach den Details z. B. der Herstellung und des Transports von Produkten stark variieren, und die benötigten Daten sind häufig schwer erfassbar.

Aus diesen Gründen ist es auch für energiebewusste Menschen sehr schwierig, ihren Bedarf an grauer Energie einzuschätzen und zu minimieren. Als grobe Faustregel kann jedoch gelten, dass besonders viel graue Energie in Produkten steckt, die nicht aufgrund menschlicher Arbeitsleistung teuer sind.

Literatur

[1]Faktor-Themenheft "Graue Energie", Herausgeber: Bundesamt für Energie (Schweiz)
[2]Studie "Graue Treibhausgas-Emissionen der Schweiz 1990–2004" des Bundesamts für Umwelt (BAFU) der Schweiz (2007)
[3]"Graue Energie und Graue Treibhausgasemissionen von Instandsetzungen", eine Studie des Amts für Hochbauten, Zürich

Siehe auch: Energie, energetische Amortisationszeit, Energiesparen

Kategorie: Grundbegriffe

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Ihr Gesamteindruck: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Fachliche Qualität: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Lesbarkeit: weiß nicht unbefriedigend in Ordnung gut ausgezeichnet
Verdient dieser Artikel (oder das Energie-Lexikon insgesamt) Ihrer Ansicht nach Links von anderen Websites?
  nein eventuell ja
Kommentar:

Wenn Sie eine Antwort möchten, können Sie Ihre E-Mail-Adresse im Kommentarfeld hinterlassen oder direkt ein E-Mail senden. Letztere Methode führt meist zu schnelleren Antworten.

Start Extra-Artikel Projekt Feedback
Kategorien Glossar Sponsoren Kontakt
G