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Energetische Amortisationszeit

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Definition: die Zeit, die eine Anlage für die Gewinnung erneuerbarer Energie braucht, bis die zu ihrer Herstellung benötigte Energie erzeugt ist

Anlagen für die Gewinnung erneuerbarer Energie nutzen im Betrieb nur kostenlose und unschädliche Umweltenergie, beispielsweise Sonnenenergie. Jedoch entsteht bei ihrer Herstellung ein gewisser Aufwand an Energie, die auch als graue Energie bezeichnet wird. Ein Netto-Gewinn an Energie entsteht erst nach einer gewissen Betriebszeit, der energetischen Amortisationszeit (oder Energierückzahlungszeit, Energierücklaufzeit), innerhalb derer die für die Herstellung aufgewendete Energie von der Anlage erzeugt (quasi zurückgezahlt) wird. Diese Zeit ist normalerweise deutlich kürzer als die finanzielle Amortisationszeit.

Offenkundig kann eine Anlage für die Nutzung erneuerbarer Energie normalerweise nur sinnvoll sein, wenn die energetische Amortisationszeit erheblich kürzer als die Lebensdauer ist. Ausnahmen dieser Regel können entstehen, wenn andere Aspekte wichtig sind, etwa die Vermeidung hoher Kosten für den Stromanschluss einer abgelegenen Berghütte.

Die energetischen Amortisationszeiten von Photovoltaikmodulen sind relativ lang, aber stark abhängig vom verwendeten Typ von Solarzellen sowie auch von der Standortqualität. Mit monokristallinen Siliziumzellen kann die Amortisationszeit bis zu ca. drei Jahre (heute aber auch unterhalb von 1,5 Jahren) betragen, da hier relativ viel des hochreinen (energieaufwändig erzeugten) Solarsiliziums benötigt wird. Polykristalline Zellen sind etwas günstiger. Dünnschichtzellen enthalten wesentlich weniger graue Energie, da sie nur sehr wenig von dem aufwändig herzustellenden Halbleitermaterial enthalten.

Bei größeren Windenergieanlagen ist die energetische Amortisationszeit typischerweise recht kurz: Sie beträgt nur wenige Monate.

Für Investitionen in Maßnahmen zum Energiesparen, etwa durch Erhöhung der Energieeffizienz, gibt es ebenfalls eine energetische Amortisationszeit. Beispielsweise beträgt diese für typische Wärmedämmungen an Gebäuden zwischen wenigen Monaten und wenigen Jahren, abhängig von der Art des Dämmstoffs.

Anlagen, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, können sich energetisch nie amortisieren: Ihr Betrieb verbraucht immer neue Rohstoffe. Es lässt sich dagegen ein Erntefaktor angeben, der das Verhältnis von gelieferter Energie zu der beim Bau (und ggf. auch bei Wartung, Reparaturen und Rückbau) benötigten Energie angibt. Hier wird meist die Energie von den beim Betrieb verbrauchten Brennstoffen nicht berücksichtigt, weswegen auch Erntefaktoren weit über 1 möglich sind.

Siehe auch: graue Energie, erneuerbare Energie, Energiesparen, energetische Sanierung von Gebäuden

Kategorien: Grundbegriffe, erneuerbare Energie

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