Primärenergie | <<< | >>> | Feedback |
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Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.
Definition: Energiegehalt von genutzten natürlichen Quellen
Der Begriff Primärenergie bezeichnet die Energieart und -menge, die den genutzten natürlichen Quellen entnommen wird:
Als Beispiel zeigt Abbildung 1 den Primärenergieverbrauch von Deutschland, aufgeschlüsselt nach Energieträgern. Man erkennt, dass die fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas stark dominierend sind; der größte einzelne Beitrag kommt vom Erdöl.
Von den 8,7 % der erneuerbaren Energien entfallen nur 1,5 % auf Wasserkraft und Windenergie. Allerdings ist zu beachten, dass es hier um Stromerzeugung geht, wobei der Wirkungsgrad zu 100 % angenommen wird. Der Beitrag von Wasserkraft und Windenergie zur Endenergie ist deswegen erheblich höher, als es hier erscheint; insbesondere bei Kohle und Kernenergie ist der Wirkungsgrad der Nutzung relativ gering. (Diese Problematik von Vergleichen wird im nächsten Abschnitt genauer diskutiert.)

Abbildung 1: Primärenergieverbrauch in Deutschland nach Energieträgern, Stand 2009. Quelle: BMWi.
Der Betrieb eines Gebäudes benötigt Energie in verschiedenen Formen, beispielsweise für die Heizungsanlage und die Warmwasserbereitung, eine Lüftungsanlage und weitere Geräte. Um den gesamten Energiebedarf zu ermitteln, ist es nicht sinnvoll, die für die genannten Zwecke aufgewandte Endenergie zu summieren, da je nach Art der Endenergie unterschiedliche Mengen von Primärenergie benötigt werden. Aussagekräftiger ist der Jahresprimärenergiebedarf (angegeben in kWh/a = Kilowattstunden pro Jahr), für den jede Menge von Endenergie mit einem Primärenergiefaktor multipliziert wird, bevor alle Werte addiert werden. Der Primärenergiefaktor kann größer als 2 sein für elektrische Energie (aufgrund der hohen Energieverluste bei der Stromerzeugung) oder auch kleiner als 1 bei Holzpellets – sogar Null, wenn kostenlose Umweltwärme genutzt wird.
Da verschiedene Arten der Stromerzeugung sehr unterschiedliche Wirkungsgrade der Umsetzung von Primär- in Endenergie aufweisen, hängt der berechnete Anteil verschiedener Stromerzeuger an der Gesamtversorgung stark davon ab, ob er gemäß der Primär- oder Endenergie berechnet wird. Beispielsweise ergibt sich für die Kernenergie ein Anteil von 6,5 % am weltweiten Primärenergie-Umsatz (Stand 1998), aber nur ein Anteil von 2,5 % der Endenergie. Beide Angaben erzeugen kein vollkommen zutreffendes Bild:
Siehe auch: Energie, Endenergie, Primärenergiefaktor, Energieträger