Holzpellets | <<< | >>> | Feedback |
Definition: aus zerkleinertem Holz gepresste Stäbchen, die als Brennstoff dienen

Hätten Sie vielleicht eine schöne Fotografie von Holzpellets, die Sie für das RP-Energie-Lexikon zur Verfügung stellen könnten?
Früher wurde Holz meist in Form von Scheiten verbrannt, die durch Zerhacken von gesägten Holzstücken hergestellt wurden. In dieser Form ist ein automatischer Betrieb einer Holz-Heizungsanlage nur mit relativ großem Aufwand möglich. Deswegen wird Holz heute vor allem für kleinere Feuerungsanlagen zunächst zu Holzpellets verarbeitet, also zu kleinen Stäbchen mit ca. 5 bis 10 mm Durchmesser und ca. 10 bis 30 mm Länge. Diese können dann einfach transportiert, gelagert und verbrannt werden. Große industrielle Holzfeuerungen dagegen arbeiten weiterhin in der Regel mit größeren Scheiten oder Holzschnitzeln.
Handhabung und Verwendung von Holzpellets
Holzpellets lassen sich einfach lagern und auch mit einfachen Mitteln in ein Lager einbringen bzw. ihm entnehmen, z. B. durch eine Förderschnecke oder eine Gebläse.
Ein moderner Holzpellet-Kessel kann vollautomatisch arbeiten. Über eine Fördereinrichtung bezieht er die jeweils benötigte Menge von Pellets dem Lager. Er kann sie automatisch entzünden und die entstehende Asche in einen Auffangbehälter bringen, der nur gelegentlich geleert werden muss. Die Heizflächen können mit automatisch betätigten Besen sauber gehalten werden.
Herstellung von Holzpellets
Holzpellets werden in Pelletieranlagen (Pelletpressen) hergestellt. Das Holz (meist mit geringeren Holzqualitäten) wird zunächst z. B. in einer Hammermühle zerkleinert und dann getrocknet. Statt frischem Holz können auch Holzabfälle z. B. aus Sägereien und Hobelwerken verwendet werden. Beim Pressen durch eine Stahlmatrize entstehen die stäbchenförmigen Pellets. Die Holzteilchen werden aneinander gebunden durch das im Holz enthaltene Lignin, welches beim Pressen heiß wird und zerfließt, und ggf. auch durch zusätzliche Bindemittel.
Die Pelletherstellung erfordert einen gewissen Energieaufwand, der jedoch meist nur wenige Prozente des Heizwerts beträgt (außer bei feuchten Holzabfällen) und teils auch wieder durch Holz gedeckt werden kann.
Eigenschaften der Pellets
Holzpellets haben einen Heizwert von ca. 18 MJ/kg; der Brennwert liegt rund 10 % höher. Die Schüttdichte liegt bei 650 kg/m3, so dass der Heizwert pro Liter knapp 12 MJ beträgt, was ca. einem Drittel des Werts für Heizöl entspricht. Der Platzbedarf für ein Pelletlager ist entsprechend größer als der für einen Öltank.
Es gibt gewisse Normen für Pellet-Qualitäten, insbesondere EU-Normen für verschiedene Qualitätsstufen. Sie legen nicht nur einen minimalen Heizwert fest, sondern begrenzen unter anderem auch den Wassergehalt und die bei der Verbrennung entstehende Aschemenge.
Minderwertige Pelletqualitäten können resultieren, wenn diverse Abfallstoffe mit nicht gut geeigneten Verfahren zu Pellets verarbeitet werden. Es ist allerdings denkbar, dass noch zu entwickelnde verbesserte Verfahren es ermöglichen werden, hochwertige Pellets auch aus anderen Stoffen als Holz herzustellen, z. B. aus Stroh und anderen Ernteabfällen. Dies könnte die nutzbare Rohstoffbasis verbreitern.
Preise von Holzpellets
Die Preise von Holzpellets werden durch verschiedene Umstände beeinflusst. Zunächst spielt der Preis des Rohstoffs Holz eine Rolle, der von der gesamten Nachfrage nach Holz abhängt wie auch ggf. von Liefermöglichkeiten aus dem Ausland.
Vorübergehend können deutlich steigende Preise für Pellets auftreten, wenn die Kapazitäten der Pelletieranlagen knapp werden, was zeitweise in Deutschland schon der Fall war; allerdings können solche Anlagen in relativ kurzer Zeit zugebaut werden.
Längerfristig dürfte sich der Preis deutlich am Ölpreis und Gaspreis orientieren: Wenn der Preis für Heizöl stark steigt, werden viele Öl- und Gasheizungen auf Pelletheizungen umgestellt werden, was den Pelletpreis entsprechend steigen lässt. Hierbei ist auch zu beachten, dass heute zwar vielerorts noch erhebliche Kapazitäten für die Holzgewinnung brach liegen, dass dies aber in Zukunft kaum mehr der Fall sein wird, wenn massenhaft Öl- und Gasheizungen ersetzt werden müssen: Wie bei fast allen erneuerbaren Energien sind die Energiepotenziale einerseits unerschöpflich, andererseits aber jedes Jahr nur in begrenzter Menge vorhanden. In dieser Situation ist zu erwarten, dass sich die Pelletpreise so einstellen werden, dass die Heizkosten mit Pellets nicht viel tiefer als für Heizöl liegen. Dies bedingt einen etwas niedrigeren Pellet-Preis bezogen auf den Heizwert, da die Anschaffungskosten einer Pelletfeuerung mit Lager deutlich höher liegen als die einer Öl- oder Gasheizung.
Langfristig bieten Holzpellets also wohl nicht die Möglichkeit, sich von steigenden Energiepreisen durch den Anstieg der Rohölpreise abzukoppeln.
Ökologische Aspekte
Bei der Verbrennung von Holzpellets entsteht Kohlendioxid (CO2), und zwar sogar in höherer Menge als mit Heizöl. Jedoch nehmen wachsende Bäume in etwa dieselbe Menge CO2 auf, so dass die Pellet-Nutzung insgesamt fast CO2-neutral ist. Lediglich der meist geringe Energieaufwand für Pelletherstellung und Transport führt zu gewissen Netto-CO2-Emissionen.
Ferner entstehen bei der Pelletverbrennung diverse Luftschadstoffe wie Stickoxide, Ruß (Feinstaub), Schwefel- und Chlorverbindungen (vor allem bei Verwendung minderwertiger Holzpellets). Wegen der gut kontrollierten Verbrennung in einer modernen Pelletfeuerung liegen die entsprechenden Schadstoffemissionen in der Regel erheblich tiefer als für herkömmliche Holzfeuerungen, jedoch trotzdem deutlich höher als z. B. für Erdgasfeuerungen. Dies fällt in Ballungsräumen eher ins Gewicht als im ländlichen Raum.
Die Holzgewinnung selbst kann bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung recht umweltfreundlich sein. Jedoch stellen sich Fragen, wenn Holz in großen Plantagen erzeugt und über weite Strecken transportiert wird. Entsprechende Entwicklungen sind sorgfältig zu beobachten.
Siehe auch: Pelletheizung, erneuerbare Energie, CO2-neutral, Heizungsanlage