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Energiesparlampe

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Quecksilber-Hysterie

Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.

Streif Fertighäuser

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Acronym: ESL

Definition: eine kompakte stromsparende Lampe zum Ersatz von Glühlampen im Interesse höherer Energieeffizienz

Energiesparlampe

Abbildung 1: Energiesparlampe mit E27-Sockel.

Energiesparlampen sind kompakte Leuchtmittel, die in vielen Fällen zum direkten Ersatz von Glühlampen geeignet sind. Sie sind meist mit einem Sockel der Art E27 oder E14 versehen, der in die sonst für Glühlampen verwendeten Lampensockel passt. Da die Abmessungen jedoch häufig ein wenig größer sind, passen Energiesparlampen nicht in alle Leuchten.

Die meisten Energiesparlampen sind heute Kompaktleuchtstofflampen wie in Abbildung 1 gezeigt, also Leuchtstofflampen mit einer besonders kompakten Bauweise, bei der ein elektronisches Vorschaltgerät im Sockel untergebracht ist. Jedoch wird der Begriff auch für andere Lampentypen verwendet:

Energieeffizienz und ökologische Eigenschaften von Kompaktleuchtstofflampen

Die Lichtausbeute von Kompaktleuchtstofflampen ist fast so hoch wie die von größeren Leuchtstofflampen – ca. 50 lm/W, zu vergleichen mit gut 10 lm/W für Glühlampen und 15-20 lm/W für Halogenlampen. Somit ist der Strombedarf für die gleiche Helligkeit ca. fünfmal niedriger als mit Glühlampen oder dreimal niedriger als mit Halogenlampen. Entsprechend geringer fallen die Betriebskosten sowie die Umweltbelastungen bei der Stromerzeugung aus. Insbesondere vermindern sich drastisch die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen. Der erhöhte Energiebedarf für die Herstellung (graue Energie) fällt bei der Gesamtbetrachtung relativ wenig ins Gewicht.

Die hohe Energieeffizienz von Kompaktleuchtstofflampen schlägt sich nieder in der Einstufung in hohe Energieeffizienzklassen von meist A oder B, während Glühlampen meist die Klassen D bis G bevölkern, im Falle von Halogenlampen auch die Klasse C. Nicht zuletzt wegen des “Glühlampenverbots” (eigentlich des Verbots von nicht genügend energieeffizienten Lampen, siehe den Artikel über Glühlampen) in der EU werden zunehmend Energiesparlampen eingesetzt.

Wenn eine Energiesparlampe mit 11 W eine Lebensdauer von 5 000 Betriebsstunden erreicht, verbraucht sie in dieser Zeit 0,011 kW · 5 000 h = 55 kWh elektrischer Energie, was bei einem Tarif von 0,2 €/kWh Stromkosten von 11 € verursacht. Etwa die gleiche Helligkeit würde erzielt mit einer 60-W-Glühlampe. Für 5 000 Betriebsstunden würden ca. 5 Glühlampen sowie 300 kWh für 60 € benötigt. Somit wird klar, dass die Energiesparlampe trotz des höheren Anschaffungspreises (verglichen mit fünf Glühlampen) auch Geld spart – selbst wenn die Lebensdauer etwas geringer als erhofft ausfällt (siehe unten). Ebenfalls werden Kohlendioxid-Emissionen eingespart – im obigen Beispiel wären es ca. 200 kg CO2 in 5000 Stunden bei Betrieb mit Kohlestrom.

Ökologische Probleme ergeben sich dadurch, dass Leuchtstoffröhren giftiges Quecksilber enthalten, welches in die Umwelt gelangen kann, wenn die Lampe zu Bruch geht oder am Ende ihrer Lebensdauer nicht ordnungsgemäß entsorgt wird. Allerdings ist zu beachten, dass die Quecksilbermenge recht klein ist (in der Regel deutlich unter 5 mg) und dass selbst ohne Lampenrecycling eine geringere Quecksilberbelastung der Umwelt entsteht als bei Verwendung von Glühlampen. Dies liegt daran, dass selbst moderne Kohlekraftwerke erhebliche Mengen von Quecksilber emittieren und der höhere Stromverbrauch von Glühlampen diese Emissionen entsprechend erhöht. Anders lautende Berichte über die angebliche enorme Gefährlichkeit von Energiesparlampen entpuppen sich als sachlich unfundierte Panikmache [1].

Andere Aspekte von Energiesparlampen

Aufwärmphase

Obwohl der Einschaltvorgang durch die elektronischen Vorschaltgeräte meist sehr schnell verläuft, erreichen manche Energiesparlampen ihre volle Helligkeit erst nach einer Aufwärmphase von ein bis zwei Minuten und sind davor erheblich weniger hell. Bei anderen Typen ist dieser Effekt viel schwächer.

Flimmern

Lampen schlechter Qualität oder am Ende ihrer Lebensdauer können u. U. ein merkliches Flimmern (schnelles Oszillieren der Helligkeit) aufweisen, was lästig sein kann. Normalerweise wird dies jedoch von den elektronischen Vorschaltgeräten zuverlässig verhindert. Periodische Helligkeitsschwankungen (mit 100 Hz und auch höheren Frequenzanteilen) sind in der Regel messbar, aber nicht wahrnehmbar.

Dimmbarkeit

Die meisten Energiesparlampen sind nicht dimmbar, d. h. sie funktionieren nicht in Verbindung mit Dimmern, wie sie sonst für Glühlampen verwendet werden. Es gibt allerdings diverse dimmbare Modelle.

Lichtspektrum und Farbwahrnehmung

Das Spektrum des Weißlichts von Energiesparlampen ist deutlich strukturiert und unterscheidet sich somit von den Spektren des Sonnenlichts und von Glühlampen. Deswegen kann die Wahrnehmung der Farben von damit beleuchteten Objekten etwas verfälscht sein. Wenn eine genaue Beurteilung von Farben notwendig ist, sind Energiesparlampen also kaum geeignet. Für den Normalgebrauch in Wohnräumen oder Büros dürften solche Effekte jedoch kaum je relevant sein.

Durchaus relevant ist dagegen die Farbtemperatur, und diese hängt stark vom Lampenmodell ab. Warmtonlampen haben eine niedrige Farbtemperatur, ähnlich der von Glühlampen, während Kalttonlampen (auch “neutralweiß”) eine höhere Farbtemperatur aufweisen – insofern dem Sonnenlicht ähnlicher. Der Artikel über Beleuchtung erläutert detaillierter den Aspekt der Lichtspektren und ihre gesundheitliche Relevanz.

Lebensdauer

Energiesparlampen sollten eine Lebensdauer von ca. 5000 bis 10 000 Stunden erreichen, zu vergleichen mit ca. 1000 Stunden für Glühlampen. Leider erreichen etliche Lampen solche Werte in der Praxis nicht. Mögliche Gründe hierfür sind eine mangelnde Qualität des Vorschaltgeräts (vor allem bei häufigem Ein- und Ausschalten) sowie der Betrieb bei zu hoher Umgebungstemperatur (wenn das Lampengehäuse sehr wenig Wärmeabfuhr ermöglicht).

Elektrosmog

Die integrierten elektronischen Vorschaltgeräte lösen manche Sorgen über Elektrosmog aus. In der direkten Nähe einer Energiesparlampe sind elektrische und magnetische Wechselfelder in der Tat leicht messbar und erreichen Werte ähnlich zu denen von vielen anderen Haushaltsgeräten. Allerdings nehmen diese Feldstärken mit zunehmender Entfernung rasch ab, und Magnetfelder in den elektrischen Zuleitungen sind wegen der geringeren Stromaufnahme sogar schwächer als bei Glühlampen. Zudem sind Behauptungen über mögliche gesundheitliche Wirkungen unbelegt und müssen gegen die handfesten ökologischen Vorteile von energieeffizienten Lampen abgewogen werden.

Ausgasende gesundheitsschädliche Substanzen

Ein vom NDR beauftragtes Institut hat in 2011 festgestellt, dass zumindest manche Energiesparlampen im Betrieb flüchtige organische Verbindungen wie Phenol und Styrol ausgasen. Nennenswerte Konzentrationen ergaben sich jedoch nur in einer Testkammer mit einem sehr kleinen Volumen von 22,5 Litern. In einem Wohnraum verteilen sich diese Stoffe auf ein grob geschätzt 1000 mal höheres Volumen, so dass die entstehenden Schadstoffkonzentrationen vernachlässigbar sind gegenüber denen aus anderen Quellen. Obwohl die Messungen anscheinend korrekt waren, wurden die Resultate im Fernsehen völlig falsch interpretiert. Das Umweltbundesamt hat diese Dinge richtig gestellt und kam zum Schluss, dass ein Gesundheitsrisiko nicht besteht [4].

Wärmeentwicklung

Die geringere Wärmeentwicklung von Leuchtstofflampen kann vorteilhaft sein. In klimatisierten Räumen wird dadurch der Energieaufwand für die Klimaanlage ebenfalls reduziert, und nicht klimatisierte Räume werden mit Energiesparlampen im Sommer weniger heiß.

Im Winter ist die geringere Wärmeentwicklung in beheizten Räumen (im Vergleich zu Glühlampen) im Prinzip nachteilig. Jedoch ist ein geringfügiger Mehrbedarf an Heizwärme aus der Heizungsanlage weniger bedeutend als die Stromeinsparung, da Elektroheizung energetisch ineffizient ist.

Alternativen zu Energiesparlampen

Die Anforderungen an eine Beleuchtung sind sehr unterschiedlich, und Energiesparlampen sind deswegen nicht immer die beste Lösung:

Allmählich dürften die Energiesparlampen in Form von Kompakt-Leuchtstofflampen durch Leuchtdioden (LEDs) abgelöst werden, da diese ähnlich effizient, noch kompakter und vielseitiger einsetzbar sind und zudem kein Quecksilber enthalten. Vorläufig sind sie für breiten Einsatz jedoch noch zu teuer und zudem für hohe Lichtleistungen kaum erhältlich. Sie ersetzen als zunächst die schwächeren Glühlampen und Energiesparlampen.

Literatur

[1]Extra-Artikel: "Energiesparlampen: tödliche Gefahr durch Quecksilber?"
[2]Empa berechnet Umweltverträglichkeit verschiedener Leuchtmittel. Klare Siegerin ist die Energiesparlampe.
[3]Umweltbundesamt über Beleuchtung
[4]Stellungnahme des Umweltbundesamtes zu angeblichen Phenol- und Aromatendämpfen aus Energiesparlampen (2011)

Siehe auch: Beleuchtung, Leuchtstofflampe, Leuchtdiode, Halogenlampe, Energieeffizienz

Kategorie: Beleuchtung

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