Volllaststunden | <<< | >>> | Feedback |
Der aktuelle Film "Bulb Fiction" über Energiesparlampen betreibt Panikmache – ein Artikel über Quecksilber in Lampen und eine Kritik des Films klären die Fakten.
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Dieser Artikel lädt ein, Ansichten über die chinesischen CO2-Emissionen sowie über unsere Beiträge zum Klimaschutz zu überdenken.
Definition: ein Maß für die Ausnutzung eines Kraftwerks
Bei Kraftwerken (und anderen Anlagen, beispielsweise Elektromotoren) werden oft die tatsächlich erreichten oder die voraussichtlich erzielbaren Volllaststunden pro Jahr angegeben. Dieser Wert ergibt sich, indem man die jährlich erzeugte Energiemenge durch die maximale Leistung der Anlage dividiert.
Als Beispiel möge eine Windenergieanlage, welche eine Maximalleistung von 3 MW = 3 000 kW aufweist, innerhalb eines Jahres 7 Millionen Kilowattstunden (kWh) elektrischer Energie erzeugen. Die Volllaststunden errechnen sich dann zu 7 000 000 kWh / 3 000 kW = 2333 h. Die erzeugte Energie entspricht also derjenigen, die das Kraftwerk erzeugen würde, wenn es für diese Anzahl von Stunden mit der maximalen Leistung produzieren würde und in der übrigen Zeit gar nicht. In Wirklichkeit wird die Anlage häufig mit erheblich reduzierter Leistung arbeiten, dafür aber über viel mehr Stunden.
Man beachte, dass die Volllaststunden nicht als die Zahl der Stunden definiert sind, in denen die Anlage mit Volllast arbeitet. Zeiten mit geringerer Leistung (Teillastbetrieb) tragen ebenso zur Energieproduktion bei und somit zu den Volllaststunden.
Grundlastkraftwerke (beispielsweise Kernkraftwerke und Braunkohlekraftwerke) sind ausgelegt für den Dauerbetrieb, der meist nur für die Wartung oder im Falle von Störungen unterbrochen wird. In günstigen Fällen erreichen solche Kraftwerke rund 8000 Volllaststunden pro Jahr, zu vergleichen mit den 8760 Stunden, die das Jahr hat (wenn es kein Schaltjahr ist). Die Ausnutzung der Anlage beträgt dann rund 90 %.
Mittellastkraftwerke (z. B. Steinkohlekraftwerke) arbeiten häufig nicht das ganze Jahr über – nicht weil sie nicht länger laufen könnten, sondern weil ihre Erzeugung z. B. im Sommer nicht benötigt wird.
Spitzenlastkraftwerke erreichen nur relativ wenige Volllaststunden, da sie nur in Zeiten besonders hohen Strombedarfs betrieben werden.
Mit erneuerbarer Energie betriebene Kraftwerke produzieren oft nicht gleichmäßig, da beispielsweise Wind und Sonneneinstrahlung nicht jederzeit verfügbar sind. Sie erreichen daher eine deutlich geringere Zahl von Volllaststunden. Beispielsweise erzielt man mit Windenergieanlagen an guten Standorten auf dem Land oft rund 2000 Volllaststunden, an Offshore-Standorten auch deutlich mehr. Photovoltaikanlagen erreichen in Deutschland an geeigneten Standorten rund 900 Volllaststunden pro Jahr, an sehr guten Standorten auch deutlich mehr als 1200.
Wenn unterschiedliche Kraftwerkstypen oder Kraftwerksparks ohne Berücksichtigung der erzielbaren Volllaststunden verglichen werden, kann dies zu irreführenden Resultaten führen. Beispielsweise wird ein Windpark mit einer Gesamtleistung von 100 MW pro Jahr erheblich weniger Energie bereitstellen als ein Kohlekraftwerk mit gleicher Leistung, weil die Zahl der Volllaststunden voraussichtlich viel niedriger liegen wird (z. B. 2200 h statt 4500 h). In diesem Falle müsste der Windpark also etwa die doppelte Maximalleistung haben, um das Kohlekraftwerk zu ersetzen.
Andererseits sind die Volllaststunden nicht grundsätzlich ein Kriterium für die Qualität einer Anlage oder für ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit. Beispielsweise kann ein mit Erdgas oder Biogas betriebenes Spitzenlastkraftwerk zwar wenige Volllaststunden erreichen, aber trotzdem einen besonders wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.
Siehe auch: Energie, Leistung, Kraftwerk, Photovoltaik, Windenergie