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Biogas

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Definition: ein brennbares Gas, gewonnen aus biologischen Materialien

Biogas ist ein brennbares Gas, welches meist in Biogasanlagen aus biologischen Materialien (Biomasse) gewonnen wird. In der Schweiz wird Biogas auch als Kompogas bezeichnet. Es ähnelt dem Erdgas, enthält aber häufig größere Mengen von Kohlendioxid und Wasserdampf, eventuell auch giftigen Schwefelwasserstoff (H2S) und Ammoniak (NH3). Solche unerwünschten Stoffe werden direkt nach der Erzeugung teilweise abgetrennt; es entsteht zunächst Rohbiogas, welches noch deutlich weniger Methan enthält (z. B. 50 bis 70 %) als Erdgas (meist über 90 %). Wenn Biogas mit aufwändigerer Reinigung (z. B. Druckwechseladsorption) auf Erdgasqualität aufbereitet wird, wird es auch als Bioerdgas oder Biomethan bezeichnet.

Als Naturgas wird in der Schweiz ein Gemisch von Erdgas und Biogas bezeichnet.

Biogasanlage

Abbildung 1: Eine Anlage zur Herstellung von Verstromung von Biogas aus Gülle und Grünabfällen. Foto: Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES.

Biogas darf nicht verwechselt werden mit EE-Gas, welches mit Hilfe elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird ohne Verwendung biologischer Prozesse.

Rohstoffe für die Biogas-Erzeugung

Eine große Palette von Rohstoffen ist für die Biogaserzeugung einsetzbar:

Verwendung von Biogas

Biogas kann vielfältig verwendet werden:

Ökologische Aspekte

Ein großer Vorteil von Biogas im Vergleich zu Erdgas ist, dass seine Verwendung annähernd CO2-neutral ist: Bei der Verbrennung wird zwar Kohlendioxid frei, jedoch wird in etwa die gleiche Menge beim Wachstum der Pflanzen aufgenommen bzw. würde auch ohne Nutzung z. B. durch Verrottung von Abfällen frei. Wo Methan z. B. auf Deponien entsteht, ist seine Nutzung ökologisch noch zusätzlich dadurch geboten, dass sonst in die Atmosphäre gelangendes Methan sehr klimaschädlich wäre.

Ein Problem bei der Aufbereitung des Biogases für die Einspeisung in das Erdgasnetz ist, dass je nach Verfahren bis zu einigen Prozent des Methans in die Atmosphäre entweichen können. Dieser Methanschlupf ist sehr bedenklich, weil die Treibhauswirkung des Methans ca. 23 mal höher ist als die von Kohlendioxid. Auf diese Weise kann die Klimaneutralität des Biogases weitgehend zunichte gemacht werden. Es ist daher essenziell, die Verfahren der Biogasaufbereitung entsprechend zu optimieren. Es gibt bereits Verfahren, bei denen weniger als 0,1 % des Methans verloren gehen und damit das Problem weitestgehend lösen. Bei der direkten Verstromung des Biogases tritt das Problem ebenfalls nicht auf.

Die Abgase von mit Biogas betriebenen Heizkesseln, Verbrennungsmotoren und Gasturbinen sind denen mit dem Betrieb von Erdgas ähnlich, jedoch ist u. U. der Gehalt an Schwefeldioxid (SO2) höher (abhängig von der Qualität der Gasaufbereitung).

Insbesondere bei der Verwertung von Abfallstoffen wie Pflanzenresten oder Gülle ist die ökologische Bilanz der Biogasnutzung in der Regel sehr positiv. Deutlich weniger günstiger ist die Bilanz, wenn Energiepflanzen unter Aufwand von fossiler Energie, Düngemitteln und Pestiziden angebaut werden.

Förderung von Erzeugung und Einsatz von Biogas

Wegen der meist deutlichen ökologischen Vorteile von Biogas (siehe oben) wird die Erzeugung und der Einsatz von Biogas vielerorts staatlich gefördert:

Literatur

[1]dena: Biogaseinspeisung – die intelligente Lösung für die Zukunft
[2]dena-Fact Sheet: Das Biogasregister Deutschland
[3]BIOGAS forum
[4]S. Baum, "Methanverluste bei der Biogasaufbereitung", gwa 9/2007

Siehe auch: erneuerbare Energie, Erdgas, CO2-neutral, Gasmotor, EE-Gas

Kategorien: Energieträger, Wärme, Kraftmaschinen und Kraftwerke

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