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Heizlüfter

Definition: ein meist elektrisches Heizgerät, welches die Raumluft erwärmt

Alternative Begriffe: Heizgebläse, Elektroheizer

Allgemeiner Begriff: Heizgerät

Englisch: fan heater

Kategorien: elektrische Energie, Haustechnik, Wärme und Kälte

Autor:

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Ursprüngliche Erstellung: 28.04.2012; letzte Änderung: 04.05.2025

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Ein Heizlüfter oder Heizgebläse ist ein meist elektrisches Heizgerät, welches direkt die Raumluft erwärmt, dagegen kaum Wärmestrahlung abgibt und fast keine Wärme speichert. Es ist typischerweise leicht transportierbar und am Ort des Bedarfs über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose einfach in Betrieb zu nehmen. Manche Heizlüfter verfügen über einen eingebauten Thermostaten, der das Gerät automatisch abschalten kann, wenn die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist.

Der Begriff ist insofern irreführend, dass ein Heizlüfter zur Belüftung von Gebäuden nichts beiträgt.

Weniger gebräuchliche Heizlüfter arbeiten mit Flüssiggas oder einem anderen Brennstoff anstelle von elektrischer Energie. Solche Heizkanonen weisen oft eine höhere Heizleistung auf, und ihr Betrieb ist energetisch günstiger als der eines elektrischen Heizlüfters.

Sinnvoller und nicht sinnvoller Einsatz

Da ein elektrischer Heizlüfter meist eine hohe Leistung von z. B. 2000 Watt hat und intern fast keine Wärme speichert, eignet er sich zum schnellen Aufheizen eines Raums, der nicht den ganzen Tag, sondern nur bei Bedarf kurz beheizt wird – beispielsweise für ein Badezimmer. In dieser Betriebsweise kann die Verwendung eines Heizlüfters energetisch sinnvoller sein als ein ständiges Durchheizen mit der Zentralheizung.

Bei Dauerbenutzung dagegen kommen die Nachteile der Elektroheizung voll zur Geltung: Die Energieeffizienz in Bezug auf die Primärenergie ist schlecht, da wertvolle elektrische Energie (deren Erzeugung im Kraftwerk meist hohe Energieverluste zur Folge hat) in Niedertemperaturwärme umgewandelt wird. Entsprechend hoch sind die Heizkosten, da eine Kilowattstunde Wärme aus dem Heizlüfter den Endverbraucher z. B. in Deutschland typischerweise rund 30 Cent kostet, während sie z. B. aus einer Ölheizung bei einem Heizölpreis selbst von 1 € pro Liter nur gut 10 Cent kosten würde.

Brandgefahr

Unbeaufsichtigt laufende Heizlüfter stellen eine gewisse Brandgefahr da, insbesondere bei Billigprodukten und wenn der Luftstrom behindert wird (obwohl das Gerät sich bei Überhitzung normalerweise automatisch abschalten sollte). Deswegen sind sie als Frostschutzeinrichtung wenig geeignet.

Heizstrahler

Eine Alternative zu einem Heizlüfter kann ein Heizstrahler sein, der hauptsächlich Wärmestrahlung abgibt (→ Infrarotheizung) und deswegen oft eine noch gezieltere Beheizung ermöglicht: Durch die Wärmestrahlung fühlt man sich bereits warm, wenn die Raumluft noch gar nicht wesentlich aufgeheizt wurde. Auch kann eine geringere Heizleistung genügen, falls die Wärmestrahlung genügend zielgericht z. B. auf die wärmebedürftige Person gerichtet wird.

Gefahr der Netzüberlastung bei Gasmangellage

Die öffentlichen Stromnetze – insbesondere auch die lokalen Verteilungsnetze – könnten zusammenbrechen, wenn gleichzeitig eine zu große Zahl von Heizlüftern in Betrieb genommen wird. Dies wird insbesondere befürchtet für den Fall einer Gasmangellage im Winter 2022/23, wenn viele Gasheizungen ausfallen und die Wohnungen sehr kalt werden:

  • Selbst bei ausreichenden Kraftwerkskapazitäten könnte die Überlastung der Netzinfrastruktur Stromausfälle verursachen, jedenfalls für einzelne lokale Netze. Die Netzbetreiber könnte nach einem solchen Stromausfall das Netz nicht einmal wieder in Betrieb nehmen, bevor eine genügend große Zahl der Heizlüfter von den Nutzern abgeschaltet würde.
  • Gleichzeitig ist die Gefahr eines Engpasses bei der Stromerzeugung erhöht, wenn nicht genügend Erdgas für Gaskraftwerke zur Verfügung steht.

Hiermit wird deutlich, dass Heizlüfter zwar eine Notlösung z. B. beim Ausfall einer einzelnen Heizungsanlage sein können, aber keineswegs eine gangbare Lösung für den Fall einer Gasmangellage.

Siehe auch: Elektroheizung, Heizstrahler

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