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Definition: die Temperatur des Heizwassers in einer Zentralheizungsanlage

Abbildung 1: Aufbau eines einfachen Zentralheizungssystems. Erwärmtes Heizwasser fließt im Vorlauf zu den Heizkörpern und von dort im Rücklauf zum Wärmeerzeuger zurück.
Die Vorlauftemperatur in einem Zentralheizungssystem ist die Temperatur des Heizwassers, welches z. B. den Heizkörpern oder einer Fußbodenheizung zugeführt wird. Entsprechend ist die Rücklauftemperatur die Temperatur des abkühlten Wassers, welches zur Heizanlage zurückströmt. Die Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur wird auch als Temperaturspreizung bezeichnet.
Eine Zentralheizungsanlage benötigt unter gegebenen Bedingungen (Außentemperatur, Sonneneinstrahlung etc.) eine gewisse Mindest-Vorlauftemperatur, um eine genügend hohe Heizleistung an das Gebäude abgeben zu können. Die benötigte Vorlauftemperatur hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Bei gut wärmegedämmten Häusern können Vorlauftemperaturen von z. B. maximal 50 °C für großzügig ausgelegte Radiatoren oder Konvektoren auch bei −10 °C Außentemperatur genügen. Dagegen werden deutlich mehr als 60 °C nötig bei schlecht wärmegedämmten Häusern mit knapp bemessenen Konvektoren. Fußbodenheizungen kommen meist mit maximal 35 °C oder sogar weniger aus. (Eine Ausnahme sind bestimmte “trocken” verlegte Systeme mit schlechtem Wärmeübergang vom Heizwasser auf den Fußboden.)

Abbildung 2: Armaturen der Heizungsanlage eines Mehrfamilienhauses. Die dritte senkrechte Leitung von links bringt den Vorlauf und enthält die Heizkreis-Umwälzpumpe. Die Leitung ganz rechts ist der Rücklauf. Das Bild wurde an einem milden Tag aufgenommen, als die Vorlauftemperatur nur ca. 30 °C betrug.
Je nach Heizanlage kann die Vorlauftemperatur einen großen oder kleinen Einfluss auf die erreichte Energieeffizienz haben:
Tendenziell erhöht eine hohe Vorlauftemperatur die Leitungsverluste. Dieser Effekt hängt jedoch stark davon ab, ob lange Leitungen in unbeheizten Räumen verlaufen und wie gut die Leitungen wärmegedämmt sind.
Bei den allermeisten Zentralheizungsanlagen wird die Vorlauftemperatur automatisch in Abhängigkeit von der Außentemperatur gesteuert: Je niedriger die Außentemperatur, dessen höher die Vorlauftemperatur, weil dann der Bedarf an Heizleistung höher ist. Der genaue Zusammenhang wird über häufig als eine Heizkurve visualisiert. Die korrekte Auswahl der Heizkurve erfolgt am besten im Anschluss an den hydraulischen Abgleich des Heizungssystems.
Zusätzlich zur Außentemperatur kann auch die Sonneneinstrahlung berücksichtigt werden, die freilich meist nicht allen Räumen des Gebäudes gleichermaßen zukommt, sowie die Tageszeit. Insbesondere wird häufig eine Nachtabsenkung vorgenommen. In wieweit diese zu einem Abfall der Raumtemperatur in der Nacht führt (und überhaupt sinnvoll ist), hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Wärmespeichervermögen des Hauses, der Wärmedämmung und dem Einfluss von Raumthermostaten.
In manchen Fällen wird die Vorlauftemperatur so geregelt, dass eine gegebene Temperatur in einem Referenzraum (z. B. einem Wohnzimmer) erreicht wird. Natürlich sollte die dortige Temperatur dann niemals über die Heizkörperthermostate abgesenkt werden, da sonst die Zentralheizung die Vorlauftemperatur unnötigerweise erhöht. Problematisch kann auch sein, wenn der Referenzraum durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt wird, so dass die Vorlauftemperatur stark abgesenkt wird und andere (nicht besonnte) Räume nicht mehr ausreichend beheizt werden.
Siehe auch: Zentralheizung, Heizkurve, Temperatur, hydraulischer Abgleich von Zentralheizungsanlagen, Nachtabsenkung