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Das RP-Energie-Lexikon

Wärmepumpe

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Acronym: WP

Definition: eine Maschine, die Nutzwärme teilweise durch Entnahme aus einem kälteren Medium gewinnen kann

Energieflüsse bei einer Wärmepumpe

Abbildung 1: Energieflüsse bei einer Wärmepumpe. Die Breite der Pfeile zeigt die übertragenen Energiemengen bzw. Leistungen an.

Eine Wärmepumpe ist eine Maschine, die nutzbare Wärme bereitstellen kann, welche zu einem wesentlichen Teil einem kälteren Medium entnommen wird. Häufig handelt es sich bei der entnommenen Wärme um kostenlose Umweltwärme (Anergie) oder um sonst nicht nutzbare Abwärme. Diese wird auf ein höheres Temperaturniveau “gepumpt”, wie es für die Nutzung nötig ist. Hierfür muss der Wärmepumpe jedoch ein Teil hochwertiger Energie (Exergie) zugeführt werden – meist in Form von mechanischer Antriebsenergie, in manchen Fällen (bei Absorptionswärmepumpen) aber auch in Form von Hochtemperaturwärme.

Der Unterschied zu einem Kühlaggregat (einer Kältemaschine), welches ebenfalls einem kühlen Reservoir noch Wärme entziehen kann, ist lediglich der interessierende Nutzaspekt: bei der Wärmepumpe nicht (oder nicht vorwiegend) die Abkühlung des kalten Reservoirs, sondern die Wärmeabgabe z. B. in ein Zentralheizungssystem.

Im Prinzip könnte die eingesetzte Exergie (hochwertige Energie) auch direkt zur Wärmeerzeugung verwendet werden, etwa in einer Elektroheizung. Der Einsatz einer Wärmepumpe hat jedoch den Vorteil, dass damit wesentlich weniger Exergie für die gleiche erzeugte Wärmemenge benötigt wird, da diese Wärme zu einem guten Teil dem kälteren Reservoir entnommen wird. Man tauscht also eine geringere Menge von Exergie gegen eine größere Menge von Niedertemperaturwärme, die teilweise aus meist kostenloser Anergie (Umweltwärme) gewonnen wird.

Typische Anwendungen

Einige typische Anwendungen für Wärmepumpen werden im Folgenden kurz beschrieben:

Funktionsprinzip von Wärmepumpen

Kompressionswärmepumpe

Abbildung 2: Schematischer Aufbau einer Kom­pressions­wärme­pumpe.

Die meisten Wärmepumpen (diejenigen, die mit mechanisch angetrieben werden) arbeiten nach dem folgenden Kreislauf-Prinzip der Kompressionswärmepumpe:

Als Kältemittel (Arbeitsgase) wurden früher vor allem Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) verwendet, die wegen ihrer ozonschädigenden Eigenschaften jedoch verboten wurden. Danach kamen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) zum Einsatz, die zwar die Ozonschicht schonen, jedoch klimaschädlich sind. Solche Probleme werden vermieden durch Verwendung von Kohlenwasserstoffen wie Propan, die jedoch brennbar sind und Brand- und Explosionsgefahren verursachen, wenn sie austreten. Andere mögliche Kältemittel sind Kohlendioxid und Ammoniak. Die Eignung verschiedener Substanzen hängt insbesondere von den relevanten Temperaturniveaus ab.

Außer den Kompressionswärmepumpen gibt es auch Absorptionswärmepumpen, bei denen anstelle eines Antriebs eine Zufuhr von Hochtemperatur-Wärme erfolgt. Solche Aggregate erlauben es z. B. in Fernheizwerken, die Exergie von Hochtemperaturwärme besser zu nutzen, indem mit ihrer Hilfe zusätzliche Umweltwärme oder Abwärme der Nutzung zugeführt wird.

Einige exotischere Typen von Wärmepumpen (z. B. basierend auf dem Peltier-Effekt oder dem magnetokalorischen Effekt) werden hier nicht beschrieben.

Mit Wärmepumpen nutzbare Wärmequellen

Wärmepumpen können sehr unterschiedliche Quellen von Umweltwärme oder Abwärme nutzen:

Der Artikel über Wärmepumpenheizung enthält mehr Details zu den hierfür häufig genutzten Wärmequellen.

Antriebe für Wärmepumpen

Der Antrieb des Kompressors erfolgt häufig mit einem Elektromotor (→ Elektrowärmepumpe). Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz eines Verbrennungsmotors, der z. B. mit Erdgas, Biogas oder Dieselkraftstoff betrieben wird, oder einer Gasturbine. Der Vorteil der Benutzung einer solchen Wärmekraftmaschine ist, dass deren Abwärme auch direkt der Nutzung zugeführt werden kann, während die Abwärmenutzung (Kraft-Wärme-Kopplung) bei großen Kraftwerken häufig nicht möglich ist. Andererseits sind Elektromotoren vor allem bei kleinen Leistungen viel kostengünstiger und langlebiger.

Energiebilanz von Wärmepumpen

Die Energiebilanz einer Wärmepumpe unter gegebenen Betriebsbedingungen (insbesondere Temperaturen von Nutzwärme und kaltem Reservoir) wird meist durch die Leistungszahl ausgedrückt. Die Leistungszahl (auch COP = coefficient of performance) ist das Verhältnis von gewonnener Nutzwärme zur eingesetzten Antriebsenergie. Beispielsweise bedeutet eine Leistungszahl von 3, dass 3 kWh Nutzwärme aus 1 kWh Antriebsenergie und 2 kWh Umwelt- oder Abwärme gewonnen werden können.

Die Leistungszahl einer Wärmepumpe wird in der Regel umso geringer, je größer der Temperaturunterschied zwischen Nutzwärme und kaltem Reservoir ist.

Für die Energieeffizienz aussagekräftiger als die Leistungszahl ist die Jahresarbeitszahl, d. h. die über ein Jahr gemittelte Leistungszahl. Diese kann deutlich von den jeweiligen Einsatzbedingungen abhängen, z. B. von den klimatischen Verhältnissen, der Qualität einer Erdsonde oder eines Grundwasser-Wärmetauschers, den nötigen Heizwassertemperaturen, etc. Die Artikel über die Leistungszahl und die Jahresarbeitszahl diskutieren ausführlich, wie diese Werte optimiert werden können. Es zeigt sich, dass diese Optimierung für Wärmepumpenanlagen wesentlich schwieriger sind als z. B. für Heizungen mit Heizkesseln. Beispielsweise kann die Jahresarbeitszahl stark leiden, wenn die Leistung der Wärmepumpe entweder zu knapp auslegt wird und dann an kalten Tagen häufig ein Elektroheizstab zum Einsatz kommt, oder wenn die Leistung zu hoch ist und die Wärmepumpe deswegen zu kurze Betriebszeiten erreicht. Die in der Praxis erreichte Energieeffizienz ist häufig deutlich niedriger, als sie bei optimaler Kompetenz von Energieplaner und Heizungsbauer erzielbar wären (häufig ohne Mehrkosten).

Exergiebilanz

Eine Leistungszahl von z. B. 3 scheint auf den ersten Blick eine wundersame Energievermehrung anzuzeigen. Jedoch ist zu beachten, dass wertvolle Exergie eingesetzt, aber nur Niedertemperaturwärme (mit geringem Exergie-Anteil) gewonnen wird. Insgesamt kann so in der Wärmepumpe mehr als die Hälfte der eingesetzten Exergie verloren gehen (der exergetische Wirkungsgrad oder Gütegrad unter 50 % liegen), selbst wenn die Leistungszahl 4 erreicht wird. Dies zeigt an, dass noch ein erhebliches Potenzial für die weitere Verbesserung von Wärmepumpen besteht. Interessanterweise fällt der exergetische Wirkungsgrad gerade dann tendenziell niedriger aus, wenn die zu überbrückende Temperaturdifferenz gering ist.

Vergleich mit anderen Methoden der Wärmeerzeugung

Die benötigte Exergie für den Antrieb einer Wärmepumpe wird oft unter großen Energieverlusten gewonnen. Häufig ist der Fall, dass die eingesetzte elektrische Energie in einem Wärmekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von z. B. 38 % gewonnen wird und nach Abzug von Verlusten im Leitungsnetz nur 35 % der Energie bei der Wärmepumpe ankommen. Dann wird ein Wärmepumpensystem mit einer Leistungszahl von 3 zu einem Gesamtwirkungsgrad (Nutzwärme dividiert durch Primärenergie) von leicht über 100 % führen. Dies ist deutlich besser, aber nicht dramatisch besser als ein sehr guter Heizkessel, dessen Jahresnutzungsgrad nicht weit unter 100 % liegt. Wenn die bezogene elektrische Energie aus Kohlekraftwerken stammt, kann die Wärmepumpenheizung sogar deutlich klimaschädlicher sein als ein Heizkessel.

Zusätzlich sollten aber die folgenden Aspekte berücksichtigt werden:

Siehe auch: Wärmepumpenheizung, Brauchwasserwärmepumpe, Wärme, Exergie, Leistungszahl, Energieeffizienz, Kälte

Kategorie: Wärme

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